Wollen wir den Zwang eines jeden oder zeitgemäße Bürgerrechte?

Wenn der Arbeitsmarkt die entscheidende Funktion, möglichst alle Bürger mit Erwerbskraft zu versorgen, nicht mehr leistet, dann müssen wir eben einen Teil des Bruttosozialprodukts mit anderen Methoden verteilen.

Wir könnten einen Teil des Bruttosozialprodukts in Form eines Grundeinkommens für jedermann ausgeben. Wer Bürger eines Landes und volljährig ist, hätte Anspruch auf ein solches Grundeinkommen. Wie weit er darüber hinaus noch erwerbstätig sein möchte, bleibt ihm überlassen. Wer Kinder aufzieht, erhält zusätzlich zum Beispiel ein halbes Grundeinkommen pro Kind. Wirkt übrigens auch gut gegen die so genannte Überalterung der Gesellschaft.

Man sollte dabei ökonomische Gesichtspunkte beachten, sodass nicht die Anreize zur Produktivitätssteigerung und der Standort kaputt gemacht werden. Entscheidend aber ist: Wollen wir den Zwang eines jeden, sich im Wettbewerb zu verkaufen? Oder eben die grundlegende Alternative: eine zivilisierte, hoch entwickelte Gesellschaft
mit zeitgemäßen Bürgerrechten, zu denen eben auch sozioökonomische Rechte gehören?

Januar 2005

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