Das Grundeinkommen trägt dazu bei, gesellschaftliche Ausgrenzung zu verewigen

die Fraktion DIE LINKE. hat gegenüber dem bedingungslosen Grundeinkommen eine sehr reservierte Haltung. Als Alternative fordern wir eine bedarfsorientierte Mindestsicherung. Auch ich persönlich stehe dem Grundeinkommen skeptisch gegenüber. Dies aus den folgenden Gründen: Eine gleiche Verteilung von beruflichen Möglichkeiten und Einkommen lässt sich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht erreichen.

Ein Schulabbrecher, der keinen Ausbildungsplatz findet, könnte mit dem bedingungslosen Grundeinkommen vielleicht auf das lästige Bewerbungenschreiben und damit auf eine Berufsausbildung verzichten. Wer das positiv sieht, übersieht jedoch, dass er sich nicht freiwillig dem Arbeitsleben entzieht, sondern durch die Ausbildungsplatzmisere dazu gezwungen wird, sein Recht auf Teilhabe am Berufsleben hintenanzustellen. Ihm ist kaum geholfen, wenn man ihn mit dem Grundeinkommen weiter sich selbst überlässt und damit de facto aus der Gesellschaft ausschließt. Das Grundeinkommen trägt dazu bei, gesellschaftliche Ausgrenzung zu verewigen, statt allen das Recht zu verschaffen, in der Gesellschaft nach ihren Vorstellungen mitzuwirken.


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