Frank Wiebe, Wirtschaftsjournalist, Redakteur beim Handelsblatt
Eine Art Fluchtpunkt, auf den alles zuläuft.
Seit einiger Zeit macht ein altes Konzept wieder von sich reden: das „bedingungslose Grundeinkommen“. Seine Befürworter finden sich ebenso in der CDU wie bei den Grünen, unter Wirtschaftsexperten oder – am prominentesten – beim anthroposophischen Unternehmer Götz Werner, der die „dm“-Drogeriemärkte gegründet hat. Die Idee ist einfach: Jeder, wirklich jeder Bürger erhält vom Staat ein kleines, festes Grundeinkommen. Finanziert wird das über Steuern oder durch Streichung mehr oder minder aller Sozialleistungen.
Die Gefahr, dass ein derart radikales Konzept realisiert wird, ist gering angesichts der Vehemenz, mit der bei uns schon über geringste Veränderungen an bestehenden Sozialleistungen gestritten wird. Trotzdem ist das Konzept mehr als akademische Spielerei. Denn es zeigt wie ein Kontrastmittel die Schwächen des bestehenden Systems, allein schon deswegen, weil es die gängigen Frontlinien der politischen Diskussion zerschneidet. Und es gibt Trends, die auf längere Sicht unser Sozialsystem wahrscheinlich genau in Richtung „bedingungsloses Grundeinkommen“ verändern. Das Konzept ist daher aus heutiger Perspektive eine Art Fluchtpunkt, auf den alles zuläuft.
Dem BGE Medienspiegel folgen
















Kommentare
vor 22 Stunden 4 Minuten
vor 2 Tage 20 Stunden
vor 3 Tage 8 Stunden
vor 1 Woche 11 Stunden
vor 1 Woche 16 Stunden
vor 2 Wochen 11 Stunden
vor 2 Wochen 13 Stunden
vor 2 Wochen 15 Stunden
vor 2 Wochen 3 Tage
vor 2 Wochen 3 Tage