André Gorz (* 9. Februar 1923 in Wien als Gerhard Horst; † 22. September 2007 in Vosnon, Aube (Département), Frankreich) war ein französischer Sozialphilosoph österreichischer Herkunft. Seit den fünfziger Jahren lebte er als Publizist in Frankreich, war Mitarbeiter Jean-Paul Sartres und Mitbegründer des Nachrichtenmagazins Le Nouvel Observateur. Über lange Jahre ein Anhänger Sartres Existentialismus Variante des Marxismus, brach Gorz mit Sartre nach dem Pariser Mai 1968. André Gorz wandte sich der politischen Ökologie zu und wurde deren führender Theoretiker. Zentrales Thema in den Überlegungen Gorz’ ist stets die Frage der Arbeit (Philosophie): Befreiung von der Arbeit, gerechte Verteilung der Arbeit, Entfremdung in der Arbeit. Gorz gehörte zu den entschiedensten Befürwortern eines Bedingungslosen Grundeinkommens.
Ihrem Wesen nach kann die Freiheit nicht das Ergebnis eines technologischen Wandels sein
Die Beseitigung der Arbeit ist an sich noch keine Befreiung. Ihrem Wesen nach kann die Freiheit nicht das Ergebnis eines technologischen Wandels sein: sie kann keine Wirkung sein, deren Ursache Maschinen wären. Die Maschinen können lediglich neue materielle Bedingungen schaffen. Diejenigen Maschinen, die die Automatisierung hervorbringt, werden - entsprechend dem gesellschaftlichen und politischen Entwurf der ihrem Einsatz zugrunde liegt - die Entfaltung der Person begünstigen oder behindern. Die Garantie eines von einem Arbeitsplatz unabhängigen Einkommens wird nur dann Freiheit bringen, wenn sie einhergeht mit dem Recht jedes einzelnen auf Arbeit: das heißt auf die Erzeugung von Gesellschaft, auf die Erzeugung von gesellschaftlich wünschenswerten Reichtümern und auf die freie Kooperation mit anderen bei der Verfolgung eigener Ziele.

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