Zitate von Psychologie

Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus

Der Übergang von einer Psychologie des Mangels zu einer des Überflusses bedeutet einen der wichtigsten Schritte in der menschlichen Entwicklung. Eine Psychologie des Mangels erzeugt Angst, Neid und Egoismus. Eine Psychologie des Überflusses erzeugt Initiative, Glaube an das Leben und Solidarität. Tatsache ist jedoch, dass die meisten Menschen psychologisch immer noch in der ökonomischen Bedingung des Mangels befangen sind, während die industrialisierte Welt im Begriff ist, in ein neues Zeitalter des ökonomischen Überflusses einzutreten. Aber wegen dieser psychologischen „Phasenverschiebung“ sind viele Menschen nicht einmal imstande, neue Ideen wie die eines garantierten Einkommens zu begreifen, denn traditionelle Ideen werden gewöhnlich von Gefühlen bestimmt, die ihren Ursprung in früheren Gesellschaftsformen haben.

Vollbeschäftigung ist die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens

Wir wissen heute recht gut, dass die vermeintlich konjunkturellen Probleme struktureller Art sind und letztlich Kontinuität aufweisen. Kontinuität besteht beispielsweise – positiv gesprochen in der Technologieentwicklung – real ausgedrückt in dem sich daraus ergebenden Rationalisierungspotenzial: Seit 1970 erhöht sich die Zahl der Güter und Dienstleistungen, die wir pro Stunde zu produzieren in der Lage sind, jährlich um ca. 2,6 Prozent. Dies entspricht einer Verdoppelung der Produktivität in 27 Jahren! Berücksichtigt man zusätzlich die Arbeitslosenquote – in der Eurozone liegt sie bei 9,4 Prozent – und nimmt zur Kenntnis, dass sich durch die Globalisierung das Angebot an Arbeitskräften auf ca. 3 Milliarden erhöht hat, so ist Vollbeschäftigung – wenn man einmal von sitten- widrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens.

Auf das Tun-Können kommt es gerade des Geistes wegen an

Die Ergebnisse aus der Freiwilligenforschung sprechen für ein humanistisches, gemeinwohlorientiertes Menschenbild, das über biologische und ökonomische Motive hinausgeht, nicht bezüglich seiner Arbeitswilligkeit extrinsisch motiviert und kontrolliert zu werden braucht und z.B. durch Maslows Bedürfnispyramide veranschaulicht werden könnte.

Ein Recht, ohne der Gesellschaft von Nutzen zu sein

Dieses Recht auf Leben, Nahrung und Unterkunft, auf medizinische Versorgung, Bildung usw. ist ein dem Menschen angeborenes Recht, das unter keinen Umständen eingeschränkt werden darf, nicht einmal im Hinblick darauf, ob der Betreffende für die Gesellschaft „von Nutzen ist“.

Erich Fromm, Psychologische Aspekte zur Frage eines garantierten Einkommens für alle, 1966

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