Zitate von Thomas Straubhaar

Radikale Reform der Sicherungssysteme - Umfrage zum Grundeinkommen

Thomas Straubhaar im Spiegelonline:

Hartz IV, Bafög, Wohn- und Kindergeld - der Sozialstaat hat sich völlig verzettelt. Nötig ist jetzt eine radikale Reform der Sicherungssysteme: Deutschland braucht ein Grundeinkommen für alle, ohne jede Bedingung.

Man muss das ganze System insgesamt verändern...

Durch einen solchen Systemwechsel würden sich die Chancen für die meisten Menschen verbessern, eigenbestimmt einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, fügte der Wirtschaftsexperte hinzu.

Entscheidend sei, wie hoch das Bürgergeld angesetzt werde. Je geringer es ausfalle, desto höher seien die Anreize, selber zu arbeiten. Werde es auf einem Existenzminimum angesetzt, "dann werden 90 bis 95 Prozent der Menschen alles dafür tun, den einen oder anderen Euro dazu zu verdienen". Mit jedem Euro extra werde sich die Lebenssituation dann verbessern, denn ein großer Anteil des zusätzlichen Einkommens könne behalten werden, weil dann keine Lohnnebenkosten zur Finanzierung des sozialen Sicherungssystems notwendig seien. Gerade im Niedriglohnbereich könnten hunderttausende neue Jobs entstehen.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen

"Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen, denn nur wer fleißig und schwer arbeitet, arbeitet auch gut. So ist es doch, nicht wahr? "(Gabriele Fischer)


Natürlich nicht. Unser Problem besteht darin, dass so viele das für so richtig halten. Nicht nur Arbeit, die mit Händen gemacht wird, ist ehrliche Arbeit. Wenn wir den Wohlstand erhalten und mehren wollen, müssen wir vor allem die Kopfarbeit steigern. Alles, was dazu dient, dass man heute etwas besser machen kann, entspringt der Kopfarbeit, und wenn wir nicht mit allen Konsequenzen zurück wollen in die alten Zeiten, dann sollten wir das endlich verstehen lernen. Mit den Händen können wir auf unserem Niveau ganz bestimmt nicht produktiver werden.

Der Fußboden heißt übrigens staatliches Grundeinkommen

„Wir müssen […] überlegen, wie wir einen sozialen Fußboden einziehen, der klare und verbindliche Grundlagen schafft. Das müssen wir, weil wir kein Interesse daran haben können, dass sich das untere Drittel der Gesellschaft mit den restlichen zwei Dritteln in die Haare gerät. Der Fußboden heißt übrigens staatliches Grundeinkommen.

Nach meiner Überzeugung ist ein Systemwechsel nötig und auch möglich

"Nach meiner Überzeugung ist ein Systemwechsel nötig und auch möglich. Meine Vorstellung wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen. Im Alter schließt das eine Grundrente ein, die ebenfalls an keine Bedingungen geknüpft wird. Das würde das Problem der Altersarmut, das Rüttgers zu bewegen scheint, gar nicht entstehen lassen. [...] Basis sollte das von der Bundesregierung festgelegte soziokulturelle Existenzminimum sein. Das sind zurzeit etwa 600 Euro pro erwachsener Person und Monat. Für Kinder bis zum 18. Lebensjahr erhalten die Eltern 300 Euro zusätzlich.

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