Zitate zum Grundeinkommen

Welche Mindeststandards halten sie in der EU für unerlässlich? "Ein Grundeinkommen. Das heißt: Jeder, der in einem EU-Mitgliedsland wohnt, hat Anspruch auf ein Mindesteinkommen. Dieses muss natürlich nicht überall gleich sein. Brüssel kann nicht die Höhe festlegen, sollte aber prinzipielle Regeln für eine soziale Grundsicherung formulieren." Jean-Claude Juncker, Premierminister von Luxemburg, im Interview der FR
"In einer Welt, in der die Bedeutung der Erwerbsarbeit immer mehr abnimmt, ist es eine der dringlichsten Ideen überhaupt. Die Arbeitslosigkeit wird steigen und es ist längst nicht mehr sicher, dass jeder immer Arbeit hat. Aber es ist in jedem Fall sicher, dass der Mensch immer essen muss! Das Grundeinkommen verhindert, dass ein Mensch in Existenzangst zurückgeworfen wird und verzweifelt. So gesehen ist ein geregeltes Grundeinkommen auch ein Beitrag zur Verteidigung der Demokratie, des Gesellschaftsvertrags und eigentlich der Zivilisation insgesamt." Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung
„Wir könnten über eine Art Grundeinkommen nachdenken. Wir lassen keinen fallen – diese Haltung muss jeder akzeptieren, und auch den Preis dafür ... Von einem marktbedingten Niedriglohn können sie nicht leben, also muss man ihr Einkommen aufstocken. Das ist die staatliche Aufgabe.“ Horst Köhler, Bundespräsident
"Wir wissen ... daß die Fabriken sich in wenigen Jahren geleert haben werden ... Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist." Hannah Arendt
"Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden." Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie
"Nicht wird der Mensch durch Arbeit zum Menschen, sondern durch seine Anerkennung als Zweck an sich in einem Gemeinwesen und in der Familie. Das Gelingen des Prozesses der Sozialisation vom Kind zum Erwachsenen entscheidt sich daran, ob ein Kind genau diese Anerkennung erfährt. Sie ist es, woran sich Selbstvertrauen bildet." Sascha Liebermann, Soziologe, Initiative Freiheit statt Vollbeschäftigung
"Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder. Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust, und Zuckererbsen nicht minder." Heinrich Heine, aus Deutschland, Ein Wintermärchen
"Wir wollen die Verfügungsgewalt über das eigene Leben - und nicht nur über die Produktionsmittel, wie die alte Linke es forderte.“ Katja Kipping, Mitglied des Bundestages, Die Linke
"Das Ziel des erweiterten Kunstbegriffs ist die Befreiung der Arbeit.“ Joseph Beuys
"Der Mensch definiert sich über die Arbeit, denn nur in der Arbeit kann der Mensch über sich hinauswachsen. Aber er muss natürlich den Sinn seiner Arbeit einsehen. Wenn ich eine Arbeit mache, nur um ein Einkommen zu haben, habe ich keinen Arbeitsplatz, sondern einen Einkommensplatz. Das ist das Dilemma in unserer Gesellschaft, dass viele Menschen nur einen Einkommensplatz haben. Das verändert sich in dem Moment, in dem die Menschen nicht mehr allein auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind. Das bedingungslose Grundeinkommen verschafft dem Menschen einen Freiraum, so dass er sich keine Sorgen mehr um Existenz und Zukunft machen muss. Das setzt kreative Kräfte frei, und er kommt in die Lage, das zu machen, was er für richtig hält, auch abwarten zu können, mal ein Risiko eingehen zu können. " Götz Werner, Unternehmer und Chef der Drogeriemarktkette dm
Velerio: Es gibt nur vier Arten, sein Geld auf eine menschliche Weise zu verdienen, es finden, in der Lotterie gewinnen, erben oder in Gottes Namen stehlen, wenn man die Geschicklichkeit hat keine Gewissensbisse zu bekommen. Georg Büchner, aus Leonce und Lena
"Der Tod zwingt uns zur Bilanz. Seine einzige Überwindung ist die Überzeugung, dass wir am Ende sagen können: Ich habe mit anderen zusammen wenigstens so viel verändert, dass mehr Sinn in diese Welt gekommen ist, mehr Brüderlichkeit und mehr Liebe. Nur das kann der Sinn des Lebens sein. Deshalb müssen wir handeln." Jean Ziegler, Soziologe, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung
"Was ich am meisten verabscheue ist die traurige Rolle des Zuschauers, der unbeteiligt tut oder ist. Man soll Zeuge sein, mittun und Verantwortung tragen. Der Mensch ohne mittuende Verantwortung zählt nicht." Antoine de Saint-Exupery, Schritsteller
"Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie morgen die Welt aussieht." Marie von Ebner-Eschenbach, Schriftstellerin
"Die Einführung des Solidarischen Bürgergeldes ist eine sozialpolitische Revolution. Aber sie sichert die Soziale Marktwirtschaft und damit die Errungenschaften unseres Sozialstaates ... Wenn wir die Probleme der demographischen Entwicklung wirklich ernst nehmen, wenn wir zur Kenntnis nehmen, dass schon heute immer mehr Geld für die Sozialversicherungen aus Steuermitteln kommt, wenn wir es mit dem Ziel eines effektiven Arbeitsmarktes und dem Abbau der Bürokratie ernst meinen, dann kommen wir nach meiner festen Überzeugung um einen Systemwechsel nicht herum." Dieter Althaus, Ministerpräsident Thürigen, sein Vorschlag: Das Solidarische Bürgergeld.

Gegestimmen

„So jemand nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ Apostel Paulus: im 2. Brief an die Thessalonicher der Bibel
„Man stelle sich eine junge Generation vor, die mit dem Anspruch auf ein Grundeinkommen groß wird ... Müssen wir nicht erwarten, dass die junge Generation sich in diesem Prozess an die Nicht-Arbeit gewöhnt? ... Welche Anreize hat ein junger Mensch, sein Humankapital aufzubauen, wenn ihm ein bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt wird?“ Horst Siebert, Emeritierter Präsident des Instituts für Weltwirtschaft
„Das Bürgergeld ist ein staatlicher Einheitslohn. Für die einen wird das ein Hungerlohn sein und für die anderen, die es nämlich gar nicht nötig haben, ein Trinkgeld. Ob Arm oder Reich: Vor dem Bürgergeld sind alle gleich. Das Bürgergeld ist die Dampfwalze, die den Sozialstaat plattmacht.“ Norbert Blüm, 1982 - 1998 Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.
„Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine „konservative Stilllegungsprämie“ Hubertus Heil, SPD-Generalsekretär

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