Der Einzelne ist gefragt, sich selber zu ernähren

Ich habe ein grundsätzliches Bedenken und ich habe zwei Fragen. Die erste ist: Wie wir uns das Verhältnis von Eigenverantwortung und Solidarität denken. Das sehen wir bislang in der sozialen Marktwirtschaft - übrigens vorausgegangen christliche Sozialethik - genau andersherum als Sie es definieren und ich halte so, wie es die soziale Marktwirtschaft und die christliche Soziallehre es macht, für besser.

Die geht aus von dem Vorrang der menschlichen Person. Die sagt, der einzelne ist nicht zuerst ein Empfänger. Sondern der einzelne ist eine Person, die sich selber entfaltet, die selber tut, die auch Verantwortung für sich trägt. Und darum habe ich nicht zunächst einen Anspruch durch Versorgung durch wen denn auch immer. Sondern  der Einzelne ist gefragt, sich selber zu ernähren, sein Leben zu bestreiten, ohne dass er die Solidargemeinschaft in Anspruch nimmt. Das ist unser Prinzip und das ist auch richtig. [...] Es entspricht nicht meinem Bild von Menschen. Und ich glaube auch, dass sie den schwächeren in unserer Gesellschaft nicht helfen. Das ist kein Geldproblem ... Wir haben Außenseiter der Gesellschaft. Sie machen die Menschen nicht mit Geld glücklich. ... Die die außen sind, die müssen sie reinbringen. Und nicht durch Geld. Durch Geld schotten sie die ab. Weil sie sagen: Du brauchst dich nicht anzustrengen. Du musst Dich nicht anstrengen, du musst nicht schwitzen.
 

 

Norbert Röttgen,  CDU-Politiker, in der Sendung "Panik um den Job. Muss der Staat uns alle retten"Link zur Sendung" bei Maischberger am 10.3.09


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