Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen

Das Forum Grundeinkommen versteht sich als eine freie Bürgerinitiative, die eine alte Idee neu denken will.  Es ist unser Ziel, die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens als voraussetzungslose Anerkennung jedes Bürgers öffentlich zur Diskussion zu stellen. Zur Debatte steht, ob wir weiter den Weg einer Bevormundung des Bürgers gehen wollen oder dem Souverän - jedem Menschen in unserer Gemeinschaft - eine reale Grundlage schaffen, dass dieser  frei  und selbstbestimmt handeln kann.  Als Alternative zu der heutigen paternalistischen Sozialpolitik steht eine freie Bürgergesellschaft, in welcher das Vertrauen in den Einzelnen wirklich die Grundlage der Demokratie wäre.

Ein Ende der Politik für Bedürftige nach bismarckscher Vorstellung und der Beginn einer neuen Gemeinschaft, welche ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle als Bürgerrecht versteht. Nicht, weil jemand arm ist erhält er es, sondern weil er Mensch ist. Finanzieren sollen es nicht die Reichen den Armen. So denken wir es heute und haben es auch früher so gemacht.  Alle Bürger tragen zu dem Wohl unserer Gemeinschaft bei. Jeder mit seinen Fähigkeiten auf seine Weise, auch wenn nicht jeder den Wert sofort erkennen kann. Wir alle stehen auf den Schultern früherer Generationen. Ihre Ideen sind Bestandteil unserer automatisierten Produktion, welche zu unserem heutigen Wohlstand geführt haben. Konsumieren müssen und wollen wir alle. So erscheint es sinnvoll und gerecht, den realen Konsum der gemeinsam geschaffenen Werte, als Grundlage der Finanzierung für dieses neue Bürgerrecht zu betrachten.

Ziel ist es nicht, konkrete Modelle zu erarbeiten. Es geht uns nicht ums "Recht haben", sondern sich von der Vision, der Idee und der Zukunft bewegen zu  lassen. Sich selbst Ziele zu stecken. Jedes Modell ist schon erstarrt, ist nicht mehr beweglich, wie gebranntes Porzellan - einfach fertig und trocken. Ton dagegen ist formbar, beweglich und kann Ideen aufnehmen. Knete kann weichgeknetet werden, um das Konkrete und Feste zu erwärmen, zu verflüssigen, zu verändern. Wenn der Erwärmungsprozess stattfindet, dann ist man in Bewegung, kann in alle Richtungen denken und der Idee begegnen.

Bevor etwas entsteht, etwas Neues geboren wird, gibt es immer einen Impuls. Dieser Impuls ist heute der Dialog um unsere Zukunft:  In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und wie wäre es, wenn jeder ein Einkommen hätte, von dem er bescheiden an der Gesellschaft teilhaben und diese bereichern könnte? Der spannende Punkt ist nicht der, etwas Fertiges zu betrachten oder aus Gewohnheiten zu denken wie: "Das geht nicht, weil ...". Das Spannendste ist, wenn man selbst schöfperisch wird, wenn man sich selbst tätig erlebt, wenn man selbst etwas schaffen kann und sich einlässt auf etwas Neues. Dieses Einlassen geschieht zuerst im Denken über das Neue.

Das scheinbar Unmögliche denken, dass es möglich wird. Das Denken herausfordern, damit es sich freut teilzuhaben an der Wirklichkeit und selbst daran beteiligt ist, diese zu schaffen. Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist wie ein archimedischer Punkt. Hat man diesen einmal gefunden, gibt man ihn nicht mehr auf. Denn er inspiriert, er hilft Bekanntes neu zu sehen, macht Utopisches real und macht den Menschen im Menschen wieder sichtbar. Und man fragt sich: Was will ich überhaupt? Hat das alles hier überhaupt mit mir etwas zu tun?

Ein bedingungsloses Grundeinkommen bezieht jeden Bürger ein in die Gemeinschaft. Dies tut es aber schon jetzt. Durch den Dialog über eine bedingungslose Anerkennung jedes Menschen, dessen Ausdruck das Grundeinkommen ist, ist bereits heute jeder eingeladen, die Zukunft mitzugestalten. Seine, die gleichzeitig die der Anderen ist. Um was es geht, ist ein Prozess, der von Fragen angeregt und dort fortgeführt wird, wo er bereits begonnen hat.

Zu diesem gesellschaftlichen Dialog wollen wir beitragen. Dazu veranstalten wir Vorträge, Gesprächsrunden, Kreativwerkstätten und weitere Aktionen.

  • In welcher Gesellschaft wollen wir leben? 
  • Was ist Arbeit?
  • Wem oder was dient eigentlich Arbeit?
  • Was bedeutet heute leistungsgerecht?
  • Weche Folgen hat die Automatisierungs- und Informationstechnik für uns?
  • Welche Aufgabe hat Geld für unser Gemeinwesen?
  • Wie entsteht überhaupt eine Gemeinschaft?
  • Was ist das Ziel unseres Handelns?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Antworten für die Bildung?

Jeder Mensch, egal wo, in welcher Stadt oder Dorf auch immer, kann Demokratie jetzt selber machen und sich für die zutiefst demokratische Idee einsetzen. Mit uns oder mit eigenen Aktionen. Kontinuierlich entstehen neue Initiativen. Die Idee, welche seit dem Interview mir Götz Werner in Brand eins 2005 auch von den Medien aufgegriffen wurde, hat die Öffentlichkeit erreicht. Sie hat mit der online Petition von Susanne Wiest noch einmal einen weiteren Schritt zum Bürger, zum Menschen gemacht. An uns, jedem einzelnen Menschen liegt es nun, um diese Idee genug "Wind zu machen", wie Götz Werner sagt, dass die Politik nicht mehr anders kann, als den Volkswillen umzusetzen. Niemand kann die Zukunft vorhersagen, ob die Idee sich durchsetzt oder nicht. Aber wie es auch sein wird, wir haben es in der Hand, wir entscheiden.

Wer sich für die Idee des Grundeinkommens interessiert oder engagieren will, ist bei uns herzlich willkommen.


Burkhard Zühlke (Peine)
Ina Bentner (Düsseldorf)
Frank Thomas (Berlin/Braunschweig)
Gerhard Scheffler (Berlin)
Werner Mose (Braunschweig)

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