Grundeinkommen › Erwerbslose zählen zu einer suizidgefährdeten Risikogruppe › Auf Kommentar antworten
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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, ...
sing nicht ihre Lieder, fällt mir dabei ein, als ich über die Auswirkungen sozialer Depressionen nachdachte, denn die „Würde des Menschen" wird heute ja bereits im Kindesalter angetastet und ich frage mich, wie massiv bereits der Selbstwert und die Psyche eines Kindes angetastet werden, wenn Eltern oder Alleinerziehende in sozialen Notstand geraten, durch Wirtschafts-, Abeits- und Sozialpolitik in die soziale Not getrieben werden. Man merkt es bereits in Kindergärten und in den Schulen, wie Kinder und deren Familien diskriminiert und ausgegrenzt werden und dieses sogar von Pädagogen.
Nicht viel besser steht es um einige noch Erwerbstätige, die unter der Depression des Arbeitsmarktes, für Niedrigstlöhne bis über 60 Arbeitsstunden wöchentlich ableisten, aus der Angst und Tatsache heraus, sonst ihren Job zu verlieren. Was allein dadurch für Auswirkungen in Familien entstehen und was dieses für Auswirkungen auf deren körperliche und psychische Gesundheit hat, ist sozial nicht tragbar.
Was erst bewirken die Restriktionen, ist man dann letztlich auf ALG II oder Sozialhilfe angewiesen?
Ich möchte hier gar nicht auf die materiellen Auswirkungen hinweisen, sondern auf das Thema Suizidrate bezogen auf die psychische Lage Betroffener eingehen. Welche Würde wird einem Menschen noch gelassen, wenn es ihm allein schon materiell nicht gegeben ist über den Tellerand seines persönlichen Sozialgefüges zu blicken; weder seine Wohnung noch seinen Stadtteil, sein Dorf, seine Kleinstadt verlassen zu können, um sich soziale als auch kulturelle Horizonte zu schaffen?
Wie fühlt sich ein Mensch, wenn er unter Androhung von Sanktionen bis zur Unterwäsche in den Schubladen ausgepitzelt wird? Welchen Freundeskreis darf man noch haben und welche zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn einem gleich Partnerschaft und eheänliche Verhältnisse unterstellt werden? Eine körperliche und auch emotionale Nähe und Berührung ist sowohl psychisch, als auch somatisch lebensnotwendig. Würde man einen Säugling ohne diese menschliche Wärme sich selbst überlassen und nur für Nahrungszufuhr sorgen, er wäre nicht überlebensfähig. Fragt jemand nach den Auswirkungen bei Erwachsenen, die unter solchen Defiziten leiden? Es ist bereits so weit gekommen, dass sich niemand mehr sozial binden möchte, weil man den Partner von seinen bescheidenen Möglichkeiten nicht mit unterstützen könnte.
Eine emotionale Armut macht sich breit. Ist das das Ziel und der Zweck der Menschheit, der Gipfel des „Humanismus"? Traurig, dass Kultur und menschliche Werte und das soziale Gewissen eines jeden Bürgers ins Abseits geraten. Das soziale, als auch psychosoziale Wohl des Menschen, sollte das vorrangige Ziel und Streben eines Staates sein, doch dieses scheint im Gewissen vieler Politiker nicht gegenwärtig zu sein.
Gibt es folgerichtig eine andere Wahl, als ein bedingungsloses Grundeinkommen? Die Freiheit des Menschen ist eine bedingunslose Grundlage für einen freiheitlichen Staat.
Anja Will