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Krisenbetroffener

Ich gehöre zu der Generation der 20-30jährigen. Wir sind durchweg prekarisiert, egal ob mit oder ohne Ausbildung oder Studium, abgesehen von den letzten Beamtenbiotopen, in denen jedoch auch schon jeder Lehrer lediglich arbeitet und nicht mehr lebt aufgrund staatlichen Geldmangels.
Ruhiggestellt kann das Ganze gerade jetzt in der Wirtschaftskrise durch „flexible", sprich nötigende Abspeisungen wie zwischenzeitliche Jobs oder 6-Monats-Anstellungen auch nicht mehr. Eine apathische und ausblendende Stimmung prägt meistens uns junge Menschen von 20 bis 30 Jahren, es sei denn man hat zwischendurch mal ein „Projekt" ergattert. Arbeit wird es ja mittlerweile nicht mehr genannt.

Die Folgen in Hartz IV-Überwachungsseminaren wie Bewerbungen schreiben o.ä. sind ja bekannt.

Das Schlimmste ist die hoffnungsfrohe Akzeptanz und das kopfschüttelnde Verneinen der eigenen prekären Situation. Die absolute Kapitulation angesichts dieser verfahrenen Lage mündet bei uns jungen Menschen häufig im „locker bleiben, Hoffnung beibehalten, nich´soviel rumjammern, mal lieber Party machen" und und und.

Sind einige nicht in Hartz IV gelandet, sind sie selbständig oder Freiberufler, die neue Form des Sofort-Fallen-Gelassen nach Studium oder Ausbildung. Hier hangelt man sich dann von einem Projekt zum nächsten, manchmal gar unentgeltlich und es reicht schlichtweg nicht. In Verbindung mit familiären und freundschaftlichen Netzwerken koppelt man sich dann weitestgehend vom derzeitigen System ab: Kein Steuerzahler, kein Renteneinzahler, manchmal kein Krankenversicherungszahler. Nicht von hier und nicht von dort, aber man kann in der Öffentlichkeit sagen: Bin selbständig.

Familie oder Ehe? Wovon und wie lang soll so eine Idee gut gehen? Was ist das überhaupt?

So bleibt einem jungen Menschen noch der gesellschaftliche Freigang oder Auslauf, ohne gleich stigmatisiert zu sein. DIESE Entwicklung wird nicht mehr lange gut gehen, auch nicht mit Verdeckungs- und Statistikschönrednerei.

Dass die Vollbeschäftigung und das Wachstum ausbleibt, das wir aus der Vergangenheit kannten, ahnen wir. Ich selber hoffe deswegen auf den einzigen richtigen Schritt des Grundeinkommens, um unsere eh schon eingetretene Lage der Eigenverantwortlichkeit und Freiheit zu stärken.

Absurderweise ist die Idee der Vollbeschäftigung im alten Sinne DIE Utopie schlechthin und das Grundeinkommen die einzige Antwort auf die derzeitige Entwicklung. Ich hoffe, sie bekommen noch mehr Anhänger für diese Idee.

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