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Work in Progress
...Der Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft verändert die Arbeitswelt grundlegend. Die Kreativwirtschaft wird in diesem Zusammenhang gerne als Impulsgeber einer zukunftsfähigen und innovativen Wirtschaft genannt. Kreative erproben durch ein hohes Maß an Flexibilität und Eigeninitiative zahlreiche neue Arbeitsformen. Flexible Arbeitszeitmodelle, kollaboratives Arbeiten in Coworking-Spaces und Arbeitsmethoden wie Open Source, Crowdsourcing und Design Thinking werden angewandt und stellen bestehende Formen der Produktion und Arbeitsteilung in Frage. Ihnen wird das Potenzial zugesprochen, starre Strukturen in Unternehmen und Verwaltungen aufzubrechen und für Innovationen zu öffnen.
Besonders Selbstständige und Projektarbeiter stehen im Zentrum des Umbruchs. Sie nutzen die Freiheiten und erhöhte Flexibilität gegenüber einem klassischen Angestelltenverhältnis um selbstbestimmt zu arbeiten und dabei oft ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Gleichzeitig liegen Selbstverwirklichung, Selbstoptimierung und Selbstausbeutung oft eng beieinander. Unsicherheiten nehmen zu. In Unternehmen stellt die Anwerbung und Sicherung der „Ressource Kreativität“ Management und Personalabteilungen vor neue Herausforderungen. Welches sind die neuen Schlüsselqualifikationen in der Wissensökonomie? Was macht den idealen Arbeitsplatz aus? Müssen neue Wege der Organisation und Entlohnung von Erwerbsarbeit gefunden werden? Welche konkreten Lösungsansätze wurden bereits gefunden? Welche Herausforderungen bleiben bestehen? Welche Unterstützung wäre wünschenswert und notwendig?
Auf der gesellschaftlichen Ebene ergeben sich Probleme besonders im Bereich der sozialen Absicherung, deren Anpassung im Zuge des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft den Arbeitsrealitäten Vieler (noch) hinterherhinkt. Die Auswirkungen des Wandels berühren oder treffen viele Akteure – besonders im Kulturbereich – und werfen die Frage nach der gesellschaftlichen Wertschätzung von kreativer Arbeit auf. Viele Kreative schaffen immaterielle Güter, die sich in wesentlichen Eigenschaften von klassischen Wirtschaftsgütern unterscheiden. Für ihre Verbreitung bedarf es – bedingt durch den technologischen Fortschritt – oft keiner klassischen Vertriebsstruktur mehr. Auch die Konsumgewohnheiten haben sich durch das Internet verändert. Wie kann eine faire Entlohnung von Kreativ- und Wissensarbeitern dennoch erreicht werden? Der Branche fehlt es bisher an einer gemeinsamen Interessenorganisation. Ist diese überhaupt gewollt? Wo und inwiefern ist die Kreativbranche mit ihren selbst gestrickten Arbeits- und Geschäftsmodellen und Methoden ein Motor für eine Transformation der Arbeitswelt? Sind diese auf andere Wirtschaftszweige oder Verwaltungen übertragbar? Sind sie „massenfähig“ oder handelt es sich in vielen Bereichen lediglich um ein Elitenprojekt? Wie lassen sich soziale Innovationen identifizieren und fördern, die der Markt und existierende Förderinstitutionen nicht erkennen? Wie finden wir Wege um Werte wie Nachhaltigkeit, Offenheit und Freiheit gesellschaftlich zu verankern?
Sind Architekten, Musiker, Designer, Journalisten und Künstler etc. Pioniere in einer zukünftigen Arbeitswelt und wie könnte diese aussehen? Stellt die Kreativwirtschaft eine modellhafte Branche dar, die für einen ökonomischen und sozialen Paradigmenwechsel steht? Welche Chancen entstehen, welche Risiken sind zu beachten? Welche Herausforderungen stehen bevor und wie können wir sie angehen? Wie wollen wir arbeiten und leben?
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„Work in Progress“ findet vom 16. bis 18. Februar 2012 auf Kampnagel statt.
Kampnagel
Jarrestraße 20
22303 Hamburg
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