Nur wer wirklich etwas Neues zu sagen hat, soll es auch veröffentlichen

Der Weg zur Professur geht durch die Druckerei hindurch "ein kleiner, kümmerlicher, dürftiger Gedanke, um den ein ganzes Buch herumgebaut wird." klagte der Jurist Rudolf von Jhering Ende des 19. Jahrhunderts. Publish or perish, publiziere oder stirb, lautet dafür das geflügelte Wort an Universitäten und Forschungsinstituten. Nur wer unablässig veröffentlicht, und das am besten in international renommierten Fachzeitschriften, darf sich beim akademischen Rattenrennen um die vorderen Listenplätze Chancen ausrechnen.
Vielleicht, so Rosa, sollte man in diesem Zusammenhang auch über ein Grundeinkommen für Wissenschaftler nachdenken. Die materielle Unabhängigkeit vom Kampf um die Dauerstelle setze angstgebundene Ressourcen für produktive Forschung frei. Ulrich Weger forderte ein Publikations-Ethos - "nur wer wirklich etwas Neues zu sagen hat, soll es auch veröffentlichen" - und ein "Schutzpolster für den wissenschaftlichen Nachwuchs", damit dieser sich konzentriert auf die Wahrheitssuche machen könne und nicht zu früh im Publikationskarussell verheizt werde.
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