Erwerbslose zählen zu einer suizidgefährdeten Risikogruppe

"In Zeiten der Arbeitslosigkeit steigen die Selbstmorde, was besonders dann bedenklich ist, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr für alle auf Dauer verfügbar ist." schreibt telepolis.de.

Weiter heißt es: "Erwerbsarbeit hat in Arbeitsgesellschaften über das bloße Geldverdienen und das Sich-Ernähren-Können hinaus zudem eine wichtige integrierende Wirkung für den Einzelnen. Bei Verlust des Arbeitsplatzes drohen auch verschiedenartige soziale Vernetzungen, Kontakte und Beziehungen in die Brüche zu gehen. Ganz zu schweigen von den folgenschweren gesamtgesundheitlichen Belastungen, die nicht nur das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung beschädigen. Häufig treten zwischenmenschliche Störungen im nahen Umfeld auf, bis hin zu völliger sozialer Isolation."

und

"Arbeit gegen Bezahlung ist derzeit jedoch die einzige Möglichkeit des Überlebens, wenn man entwürdigenden Lebensbedingungen entgehen möchte. Auf einem Stellenmarkt, der eigentlich keiner mehr ist, ist der "Stellenwert" eines Arbeitslosen ohne Stelle nur noch schwer zu definieren. Die negative Entwicklung des Arbeitsmarktes prognostiziert bei allem Optimismus nichts Gutes: Die Arbeitslosigkeit steigt, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt ab und die Nachfrage und der Bedarf an (qualifizierten) Arbeitskräften geht weiter zurück. Die Entstehung von (Massen-)Arbeitslosigkeit darf allerdings nicht als Problem, Pech, Unglück, Tragik oder Schicksal des jeweils Betroffenen betrachtet werden, sondern ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen und Problem."

und

"Durch die verheerenden Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zählen inzwischen Arbeits- bzw. Erwerbslose zu einer suizidgefährdeten Risikogruppe. Über das Tabu Suizid, d.h. die Selbsttötung eines Menschen, kommt der Berichterstattung in den Medien eine besonders sensible Aufgabe zu. Es ist erwiesen, dass eine zu sensationelle Darstellung der jeweiligen Selbsttötung keine abschreckende, sondern eher eine nachahmende Wirkung zur Folge hat. Ein unmittelbarer Anstieg der Selbsttötungen konnte bei spektakulärer Medienaufbereitung [extern] nachgewiesen werden. Ein Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Todesursachen wurde bereits in 26 europäischen Ländern wissenschaftlich untersucht. Die Untersuchungsergebnisse der Universität Oxford berichten von einem Anstieg der Selbsttötungsraten bei zunehmender Arbeitslosigkeit ([local] Mehr Selbstmorde in Zeiten von Wirtschaftskrisen). Demnach bewirkte ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen um ein Prozent einen Anstieg der Suizidrate um 0,79 Prozent bei erwerbslosen Bürgern unter 65 Jahren. Bei einem Anstieg um drei Prozent wuchs die Zahl der Suizidopfer sogar um 4,5 Prozent! "

"Angesichts der zunehmenden Perspektivlosigkeit im Arbeitsmarkt betreffen die steigenden Selbstmordraten nicht nur Manager und Vorstände. Immer mehr Arbeiter und Arbeiterinnen wählen darüber hinaus den Freitod." berichtet pressetext.de. Pro Jahr wählen 10.000 Menschen den Freitod. Die Zahl liegt damit wesentlich höher als jene der Verkehrstoten, der Drogen-, Mord-, Totschlags- oder Aids-Opfer.

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http://www.suizidpraevention-deutschland.de

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Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, ...

sing nicht ihre Lieder, fällt mir dabei ein, als ich über die Auswirkungen sozialer Depressionen nachdachte, denn die „Würde des Menschen" wird heute ja bereits im Kindesalter angetastet und ich frage mich, wie massiv bereits der Selbstwert und die Psyche eines Kindes angetastet werden, wenn Eltern oder Alleinerziehende in sozialen Notstand geraten, durch Wirtschafts-, Abeits- und Sozialpolitik in die soziale Not getrieben werden. Man merkt es bereits in Kindergärten und in den Schulen, wie Kinder und deren Familien diskriminiert und ausgegrenzt werden und dieses sogar von Pädagogen.

Nicht viel besser steht es um einige noch Erwerbstätige, die unter der Depression des Arbeitsmarktes, für Niedrigstlöhne bis über 60 Arbeitsstunden wöchentlich ableisten, aus der Angst und Tatsache heraus, sonst ihren Job zu verlieren. Was allein dadurch für Auswirkungen in Familien entstehen und was dieses für Auswirkungen auf deren körperliche und psychische Gesundheit hat, ist sozial nicht tragbar.

Was erst bewirken die Restriktionen, ist man dann letztlich auf ALG II oder Sozialhilfe angewiesen?

Ich möchte hier gar nicht auf die materiellen Auswirkungen hinweisen, sondern auf das Thema Suizidrate bezogen auf die psychische Lage Betroffener eingehen. Welche Würde wird einem Menschen noch gelassen, wenn es ihm allein schon materiell nicht gegeben ist über den Tellerand seines persönlichen Sozialgefüges zu blicken; weder seine Wohnung noch seinen Stadtteil, sein Dorf, seine Kleinstadt verlassen zu können, um sich soziale als auch kulturelle Horizonte zu schaffen?

Wie fühlt sich ein Mensch, wenn er unter Androhung von Sanktionen bis zur Unterwäsche in den Schubladen ausgepitzelt wird? Welchen Freundeskreis darf man noch haben und welche zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn einem gleich Partnerschaft und eheänliche Verhältnisse unterstellt werden? Eine körperliche und auch emotionale Nähe und Berührung ist sowohl psychisch, als auch somatisch lebensnotwendig. Würde man einen Säugling ohne diese menschliche Wärme sich selbst überlassen und nur für Nahrungszufuhr sorgen, er wäre nicht überlebensfähig. Fragt jemand nach den Auswirkungen bei Erwachsenen, die unter solchen Defiziten leiden? Es ist bereits so weit gekommen, dass sich niemand mehr sozial binden möchte, weil man den Partner von seinen bescheidenen Möglichkeiten nicht mit unterstützen könnte.

Eine emotionale Armut macht sich breit. Ist das das Ziel und der Zweck der Menschheit, der Gipfel des „Humanismus"? Traurig, dass Kultur und menschliche Werte und das soziale Gewissen eines jeden Bürgers ins Abseits geraten. Das soziale, als auch psychosoziale Wohl des Menschen, sollte das vorrangige Ziel und Streben eines Staates sein, doch dieses scheint im Gewissen vieler Politiker nicht gegenwärtig zu sein.

Gibt es folgerichtig eine andere Wahl, als ein bedingungsloses Grundeinkommen? Die Freiheit des Menschen ist eine bedingunslose Grundlage für einen freiheitlichen Staat.

Anja Will

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