"Die Schattenseiten des Grundeinkommens" - Wie 'Aufklärer' den mündigen Bürger erledigen
...Ein Leser unsers Blogs hat uns auf einen Beitrag zum Grundeinkommen bei Spiegelfechter, Jens Berger, hingewiesen, der schon etwas länger zurückliegt, und uns um eine Einschätzung gebeten. Der Beitrag ist eine Replik auf einen Gastkommentar von Frank Thomas auf derselben Website mit dem Titel "Schafft die Arbeitlosenversicherung ab". Da Jens Berger auch für die Nachdenkseiten schreibt, sei auch auf unseren jüngsten Kommentar zu Einlassungen Albrecht Müllers zum Grundeinkommen hingewiesen.
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Edel sei der Mensch, hilfreich und gut ? leider ist dem allerdings meist nicht so. Ideologien zeichnen sich meist durch ein positives Menschenbild aus und scheitern an der Realität.
Schlecht sieht es also für die Grundeinkommensbefürworter - wie alle Vertreter von Ideologien - aus, hoffnungslos idealistisch sind sie, die wirkliche Welt wollen sie nicht sehen. Da darf der Hinweis auf ihr "positives Menschenbild" nicht fehlen. Schnell ist die Behauptung aufgestellt - wo aber bleibt der Beleg? Leugnen Grundeinkommensbefürworter tatsächlich, dass Menschen auch Negatives hervorbringen? Meint der Verfasser vielleicht, dass die reale Welt so konfliktfrei nicht ist, wie Ideologien sie sich zurechträumen? Bislang war mir nicht bekannt, dass Grundeinkommensbefürworter in der Regel auf den Rechtsstaat und die Verfahren verzichten wollen, mittles derer Rechtsverletzungen sanktioniert werden. Wenn, wie der Verfasser meint, die Menschen "meist nicht...hilfreich und gut" sind, dann hilft auch eine Rechtsordnung nichts, denn sie ist darauf angewiesen, dass die Mehrheit sie auch zu tragen bereit ist. Ist Bergers Einwand womöglich ideologisch?
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Um in einer Welt ohne impliziten Arbeitszwang Arbeitskräfte für solche unangenehmen Jobs zu finden, müsste man sie über höhere Löhne ködern. Gleichzeitig würden die Löhne für angenehme Jobs natürlich in den Keller gehen ? Angebot und Nachfrage, wir leben in einer Ferengi-Welt und nicht auf der Enterprise.
Man könnte dies als Meinungsmache bezeichnen. Weshalb müssen, wenn die einen steigen, die anderen in den Keller gehen? Sie könnten auch einfach sinken und immer noch hoch genug sein. Als gäbe es heute nicht ein Missverhältnis zwischen Berufen und ihrer Entlohnung. Das könnte zum Ausgleich kommen, allerdings läge die Entscheidung dazu beim Einzelnen. Wo ist hier der große volkswirtschaftliche Sachverstand, dessen sich der Verfasser in seinen Antworten auf Kommentare zu seinem Artikel rühmt?
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...die eigentliche große Hürde nicht die Betragshöhe ist, es ist die Bedingungslosigkeit - sie steht für eine starke Solidargemeinschaft der Bürger, nicht der Erwerbstätigen wie heute. Welche Dynamiken, welche Veränderungen dadurch zum Positiven hin freigesetzt würden, das können wir erahnen.
Jens Berger sieht genau diesen Zusammenhang offenbar, wie viele Kritiker, nicht (siehe auch seine Antwort 202). Er sieht nicht, dass es um die Anerkennung des Bürgers als Individuum geht, damit um die Anerkennung der Bürgergemeinschaft um ihrer selbst willen. Sie ist kein "Modell", sondern schon gestaltete politische Ordnung. Der Mensch ist keine "fehlerhafte Schlüsselkomponente", er ist wie er ist. All seine 'Schwächen' ändern nichts daran, dass unsere Demokratie schon heute einen mündigen Bürger voraussetzt und zugleich in Anspruch nimmt, sie verlangt keinen idealen, sondern den realen Menschen. Dem scheint Berger nicht zu trauen. Nicht die BGE-Befürworter sind es, die sich mit dem realen Menschen nicht begnügen wollen, er ist es. Er hätte gerne einen anderen, den gibt es aber nicht, und weil es ihn nicht gibt, müssen wir so weiterleben, wie bisher, geführt durch die Aufklärer, die es besser wissen als die anderen. Genau darin besteht die Blockade, die es zu lösen gilt.
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Dem BGE Medienspiegel folgen















Mitteilungen
Förderung der Faulheit
Sie haben einen Termin in der Autowerkstatt - haben sich extra einen halben Tag Urlaub genommen - leider erklärt ihnen der Meister daß er ihr Auto heute leider nicht reparieren kann weil der Geselle nicht in der Arbeit erschienen sei. Gestern war er wohl etwas länger auf einer Party - kündigen könne er ihm nicht, da es dank Grundeinkommen einfach nicht mehr möglich sei Arbeitnehmer unter Druck zu setzen. Bitte kommen Sie morgen um die selbe Zeit wieder und hoffen sie daß der Geselle dann da ist...
Man kann die Leute einfach zu nichts mehr zwingen
- mal kommt die Zeitung nicht
- mal gibt es keine Semmeln
- mal fährt der Bus nicht
lustig - oder?
Ich selber bin Selbständig - vermutlich würde ich entweder nach Österreich oder in die Schweiz auswandern - samt Firma und Arbeitsplätzen - oder ich entlasse meine Mitarbeiter, arbeite nur noch als 1-Mann-Betrieb - oder ich gehe nur noch jeden Tag zum Angeln - ich weis nicht was ich tun werde, aber den Streß mit Mitarbeitern welche nicht mehr arbeiten wollen weil sie nicht mehr arbeiten müssen, den tu ich mir nicht auch noch an.
Ihre Theorie daß die Menschen mit Grundeinkommen genauso oder gar noch besser arbeiten würden als bisher ist ja wohl ein Märchen allererster Güte.
Sicher ein paar Stunden Zuverdienst würden die meissten schon arbeiten, aber eine 40-Stunden-Woche täten sich wohl nicht mehr viele an. Höhere Stundenlöhne ändern daran gar nichts, da man dann ja auch mit wenigen Stunden bereits nennenswert was dazuverdient.
Wäre natürlich vielleicht auch ein Vorteil für jene Minderheit welche tatsächlich noch arbeiten würde. Die Stundenlöhne wären sicher ordentlich. Heisst wir könnten uns dann viel viel mehr leisten als die Mehrheit. Ist letztlich auch eine Umverteilung von Unten nach Oben. Ausser sie wollen diesen Fleiß mit höheren Steuern ebenfalls noch kaputt machen.
In Deutschland geht es selbst den Armen besser als vielen "Normalverdienern" in großen Teilen der Welt. Also haltet mal den Ball flach und seit zufrieden mit dem was ihr habt.
gez. B. Lang
nene
Meine Güte... Wie das simple Thema kritisiert wird. Solche Artikel zeigen deutlich, dass unser jetziges System durch und durch ideologisiert ist. Und wenn eine interessante Freigeistidee immer mehr Anhänger und Versteher bekommt, dann nimmt man einfach die heutigen Auswirkungen der momentanen Lebenssituationen und beschreibt daran, dass die neue Idee nicht funktionieren kann.
So ähnlich wurde im Ostblock auch vorgegangen. Den Westen provozieren und danach die Reaktionen als Angriff auf den Kommunismus intepretieren. Das war plumpe Ostpropaganda. Und heute ist das System West bankrott. Nicht wegen den endlosen Geldbergen, nicht wegen den Grundeinkommensbefürwortern, sondern wegen dem System West selbst. Jede Gesellschaftsform hat einen Beginn und ein Ende. Nicht ist und bleibt beständig. Wir stehen vor dem Ende des Geldsystems!
Obwohl es keine Notwendigkeit gibt, schenken die Menschen dem Geld die größte Aufmerksamkeit. Wir haben keine Versorgungsengpässe, sondern wir ersticken an der Menge was die Menschen produzieren. Wir brauchen nicht mehr so weiter machen, wie wir es bis hier hin gemacht haben. Im Gegenteil!
Und wenn man sich ernsthaft die Ergebisse der Hirnforscher anschaut oder auch nur die, die heute als erfolgreich gelten, dann weis man doch längst, dass die meisten Menschen in einem Abrichtungssystem gehalten werden und sich auch halten lassen. Man weis heute aber auch, wie ein Mensch sich entwickeln könnte. Und das sind Menschen mit den Eigenschaften, die auch wirklich noch gebraucht werden. Nur denken die meisten aufgrund des prägenden Systems, das alles nur mit Druck und Angst funktioniert.
Ich bin aber sehr optimistisch, weil immer mehr Menschen merken, dass sie viel leistungsfähiger sind, wenn sie keine Existenzängste mehr haben. Diese innere Erfahrung in der Selbstfindung eines Menschen ist viel stärker, als die ständigen Abrichtungsversuche. Und das ist die simple Idee beim BGE. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.
Meine Antwort auf diese Kritik
Wer Existenzängste hat, sollte sich professionell beraten lassen, um auf die Gründe zu kommen. Wer kreativ und rührig ist, und in einem gesunden wirtschaftlichen Umfeld leben darf,der hat solche i.d. Regel nicht. Er hatte vielleicht das Glück eines intakten Elternhauses, die Fähigkeit, sich Ziele zu stecken, auf die er mit Freude hinarbeitet. Es ist auch nichts dagegen zu sagen, Menschen gezielt in Umbruchssituationen bzw. Neuorientierungsphasen des Lebens mehr als bisher zu unterstützen. Dazu reichte es aber bereits, die Arbeitsvertäge entsprechend zu gestalten.
Wer sich von der Gesellschaft jedoch generell aushalten läßt, wird neue psychische Probleme bekommen, es sei denn, er ist objektiv nicht in der Lage aus gesundheitlichen Gründen einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.
Demagogen - und dazu muß sich Herr Werner m.E. mit seiner Schlaraffenland-Erlösungslehre leider zählen lassen - halten immer ganz einfache Lösungen für komplexe Probleme bereit, deshalb sind sie ja Demagogen. Und solche haben noch nie gesellschaftliche Probleme gelöst, ganz im Gegenteil.
Es ist nicht in Ordnung, in Menschen, die den Durchblick durch unsere komplexe (Wirtschafts-) Welt nicht haben (können), solche realitätsfernen Verheißungen aufzutischen.
Wo ich seiner Kritik in einzelnen Punkten, die er leider nur sehr verdeckt anbringt, folge, das kann man ja im Beitrag sehen...
Mit freundlichem Gruß
J.Rauter
Bedingungsloses Grundeinkommen
Johannes Rauter
Dr. Diplom Volkswirt
31.01.2012
Das voraussetzungslose Grundeinkommen von Herrn Götz Werner
„Ich habe keine Antworten“ G. Werner über sich. 23.01.12 Kath. Akademie
München
„Wir kommen um das voraussetzungslose Grundeinkommen gar nicht herum“ G.Werner.
Thesen, die keine Realitäten anerkennen, wie: 1. Die Tatsache dass es auch mühevolle und schmutzige Arbeiten gibt; 2. Den Mensch ohne Egoismus, den gibt es nicht flächendeckend; 3. Die erhebliche Wohlstandsbedrohung aus unserer Demographie und der Staatsverschuldung; 4. Anzuerkennen, dass Langzeitarbeitslose trotz Sicherung eines Einkommens eben keine arbeitsplatzsichernde Kreativität entwickeln; dass Kreativität eben nicht an 1000 € Einkommen hängt. 5. Dass man unserer Jugend nicht noch ein Paket auf den Rücken schnallen darf, wo doch deren Wohlstandsperspektiven real erheblich gefährdet sind. 6. Dass es mit Menschenwürde wenig zu tun hat, wenn eine Kassiererin (bei dm) anderen ein arbeitsloses Einkommen finanzieren soll. 7. Ein wichtiger Teil unseres Wohlstandes basiert heute schon auf Pump.
Wenn Werner an der einen oder anderen Stelle durchblicken lässt, dass der künftige Wohlstandsverlust für die breite Masse durch die Demographie nur gestoppt werden kann, wenn die Oberschicht (These 7, s.u.) sich deutlich solidarischer zeigt, im Klartext: abgibt, und wenn er meint, dass das Bafög einfach lächerlich gering sei, was ich auch glaube und die Praktikumsunkultur ein Affront gegenüber unserer Jugend ist, dann sollte er das klar zum Ausdruck bringen, dann hätten solche Forderung wenigstens Substanz, wären belegbar und damit ein gewichtiger Diskussionsbeitrag.
Heilsverkündung über die Segnungen eines voraussetzungslosen Grundeinkommens, sprich Schlaraffenland, ist nur lächerlich und peinlich aus meiner Sicht.
Wenn Werner, medial zum Charismatiker gemacht, gleich am Anfang seiner Vorträge zugibt, er könne keine Fragen lösen, dann möge er doch besser schweigen, richtig?
Herausforderungen, die auf unser Gemeinwesen zukommen: Der Verlust von fünf Millionen Menschen im Erwerbsfähigen Alter bereits bis 2025. Mit dem damit verbundene erhebliche Verlust von kreativem Potenzial. Eine Steigerung der Zahl der >65 um 3,3 Millionen, mit den dadurch enorm getriebenen Kosten für das Gesundheitswesen. Eine Staatsverschuldung, die sich alleine seit nur 1996 verdoppelt hat, Wachstum 100% (das Sozialprodukt wuchs in der Zeit nur um 35%) und weitere höchst ungesunde Steigerungen der Staatsverschuldung kommen sicher.
Junge Menschen dürfen sich vom herkömmlichen Rentensystem selbst bei Beitragssätzen um die 20 % nur mehr ca. 40% vom letzten Netto erhoffen, also sind Sparansstren-gungen privater Art von weiteren 20 % vom Bruttolohn erforderlich und gleichzeitig sollten sie sich ein zuhause schaffen und noch konsumieren, damit die Wirtschaft läuft.
Und darüber hinaus anderen ein voraussetzungsloses GEk spendieren? Wirklich?
Angesichts dieser Herausforderungen, sind Ideen von allen gefragt, von wirklich allen, um den Wohlstandsverlust nicht allzu spürbar werden zu lassen.
Auch ein Unternehmer wie Herr Werner soll seine Ideen dazu präsentieren. Das tut er. Wenn ich die letzte seiner Veranstaltungen in der katholischen Akademie, bei der ich war betrachte dann kommen mir erhebliche Zweifel an seiner Heilslehre. Seine Hauptthesen lassen sich für mich in keiner Weise durch Fakten belegen.
Hier zehn seiner wichtigsten Thesen gehört in den Vorträgen in Bruchsal 02. 2011, Görlitz und München 23.01.2012:
1. Der Mensch kann nur freudig leisten, wenn er a priori Einkommen hat.
Erst das Grundeinkommen ermöglicht jedem Menschen das Verlassen seiner Opferrolle. Jetzt kann jeder zeigen, was er kann.
2. Der Mensch kann sich heute nicht mit seinen Fähigkeiten einbringen und muss
eine ungeliebte Tätigkeit ausüben. Erst das voraussetzungslose Grundeinkommen ermögliche es dem Menschen seine schöpferischen Kräfte zu entfalten.
3. Den Menschen zur Arbeit zu zwingen, widerspräche dem Verfassungsgrundsatz der Menschenwürde. "Menschen, die Sachen machen, die sie nicht machen wollen, versalzen uns die Suppe."
4. Ein Grundeinkommen muss bedingungslos sein.
5. Mit so einem Einkommen würden dann alle zu arbeiten beginnen, der Lottomillionär wolle ja auch weiter arbeiten.
6. Wir haben ohnehin zuviel Arbeit, das sei nicht das Problem.
7. Wir haben ein Oberschichtenproblem (Bruchsal Februar 2011)
„Wieso leisten wir uns heute Kinder- und Altersarmut?“
8. Ein Mensch in unmittelbarer Existenznot kann nicht für andere tätig werden.
9. Werner stellt weiter die These auf, dass man Arbeit nicht bezahlen kann. Einkommen ist die Voraussetzung dafür, dass jemand durch Arbeit über sich hinauswachsen und sich verändern kann (Bruchsal).
10. Der Zwang zur Arbeit sei überholt, ebenso wie der Spruch, nur wer arbeitet soll auch essen.
In München entgegnete ihm Herr Grassman auf seine Thesen eins und zwei, er habe im Laufe seines Berufslebens fast nur Menschen kennengelernt, denen die Arbeit Freude gemacht habe. Darauf schwieg Herr Werner und als einer zu diesem Statement klatscht, klatschten dann noch fünf mit (von den 400 Anwesenden). Während bei These drei das ganze Forum Begeisterung zeigte. Solch Voreingenommenheit ist der Dünger für Populisten.
Herr Werner hat ja recht, heute lassen wir uns die Arbeitslosigkeit rd. 85 Milliarden € kosten, das wäre der Betrag, um 20 % der Erwerbstätigen heute mit einem voraussetzungslosen Einkommen zu versorgen. Nur diese 1000 € zum Nulltarif (=bedingungslos) zu bekommen, würde wie bei allen Gütern die zum Nulltarif zu haben sind, die Nachfrage deutlich nach oben treiben. Hätten wir dann einen Langzeitarbeitslosen weniger? Eher das Gegenteil dürfte der Wirklichkeit näher kommen.
Also Arbeit = Qual und zwar für jeden, ist das die Wirklichkeit? Grundeinkommen, Voraussetzung für Kreativität?
These 2: Nach meiner Erfahrung ist es in der Tat so, dass zunächst meine Eltern meine Ausbildung gezahlt haben. Und mein erstes Gehalt bekam ich in der Tat erst am Ende des Monats. Und soweit ich sehe, ist das auch heute noch so. Ich kann nicht erkennen, warum dieser erste Monat also eine Verletzung der Menschenwürde sein soll. Ab dem zweiten Monat habe ich mir mein Grundeinkommen ja geschaffen, Leistung gegen Einkommen.
Wenn ich daran denke, wie Kreative z.B. Maler oder Bildhauer, kleine Start-ups arbeiten,
erkenne ich, dass die vom Feuer der Begeisterung, nicht von einem a priori Grundeinkommen, die Kraft ziehen, Großes zu schaffen. Ich kann nicht erkennen, dass Hartz IV Empfänger, die ja so ein Grundeinkommen haben, durch ihre Kreativität auffallen würden. Berlin laut Stern: „Hauptstadt mit Hartz“. Voraussetzungslose Grundeinkommen, bereits ersessen, das ist der Praxistest.Ergebnis? 70 Milliarden Schulden.
Sind denn die Empfänger von voraussetzungslosem (Grund)einkommen die
Kreativen, die Stützen der Gesellschaft? Egal ob sie Hartz IV beziehen oder in St. Moritz logieren? Ich kann das nicht erkennen.
Herr Werner will nicht sehen, dass kreative und unternehmerische Menschen ja gerade die sind, die ein voraussetzungsloses Grundeinkommen nun überhaupt nicht nötig haben. Weil sie eben so rege sind. Hingegen sind jene, die ideenlos und selbstbezogen ein „Leben“ führen, wohl die ersten, die ein voraussetzungsloses Grundeinkommen begrüßen würden, Siehe Berlin, Kreativität: Kanabis freigeben!
Wir haben zuviel Arbeit meint er. Hat er noch nie etwas von der impliziten Staatsver-schuldung gehört, die dreimal so hoch ist wie die sichtbare, bei gleichzeitigem Rückgang der Erwerbstätigen, s.o.? Nur eine noch höhere Erwerbsquote z.B. wie in der Schweiz und noch stärkere Produktivität allein könnten den Wohlstandsabfall für unsre Kinder erträglich halten.
Warum man erst ein voraussetzungsloses Einkommen braucht um Arbeit aufzunehmen, dazu bleibt er eine Erklärung schuldig und warum er seinen Kassiererinnen nicht das Doppelte zahlt (sei ja eine zwangsbestimmte Tätigkeit, die man attraktiver machen müsste, soll sie jemand machen, so GW) dazu sagt er auch nichts.
In München outete sich am Ende der Veranstaltung ein Mann, der auf seine Initiative „voraussetzungsloses Grundeinkommen“ hinwies und dazu bemerkte, dass man in dem Kreise bewusste Arbeitsverweigerung mache. Werner schwieg. Obwohl die von ihm gerne zitierte arme Kassiererin bei dm mit ihrem Steuergroschen auch solche Helden der Arbeit(sverweigerung) mitfinanzieren darf.
Schröder hat mit seiner Agenda 2010 klar gemacht, dass der Sozialstaat nur erhalten werden kann, wenn wir ihn auf neue Beine stellen und er hat unter anderem, die „Zumutbarkeit“ zur Aufnahme eines Arbeitsplatzes deutlich verschärft. Es gibt nämlich kein Grundgesetz, nachdem jemand der seine Arbeit tut, auch nicht immer frohgemut, einen anderen, der eben nicht mehr aus seinen Potentialen gemacht hat, das Verweigern eines nicht so genehmen Arbeitsplatzes finanzieren soll. Damit ist die Arbeitslosigkeit ein gutes Stück zurück gegangen, wie wohl alle anerkennen müssen.
Abgesehen davon, haben wir ja zahllose Menschen, die in irgendwelchen vorgezogenen Ruheständen leben, freiwillig oder gezwungen, die Erwerbsquote der 60 – 65 Jährigen liegt irgendwo bei 35%, die ja auch von den Erwerbstätigen erhalten werden müssen.
Fazit: Die Gesellschaft schüttet bereits reichlich voraussetzungsloses Grundeinkommen aus, betrachtet man die Zuschüsse, die aus dem Steuersäckel in die Rentenversicherung fließen.
Ich betreue ehrenamtlich Kinder mit Migrationshintergrund und versuche ihnen den Leistungsethos etwas näher zu bringen. Mehr als die Hälfte würden sich bei der Perspektive eines voraussetzungslosen Grundeinkommens sofort dahin orientieren und schulische Bemühungen einstellen.
Der Staat schafft heute auf vielfache Weise Grundeinkommen, aber eben nicht voraussetzungslos. Darüber machte sich einer der größten Utopisten, Karl Marx in seiner Kritik am Gothaer Programm der Sozialisten 1875 bereits Gedanken. Erst im Endstadium seiner idealen Gesellschaft sei dann Arbeit „das erste Lebensbedürfnis“ geworden. Und: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen. Aber erst, wenn dann Reichtum im Überfluss produziert sei.
Das voraussetzungslose Grundeinkommen wäre zudem ein Immigrationsmagnet, fragt sich nur für Menschen welcher Qualifikation.
Rauter 31 01 12
Kein Aufklärer, nur ein Schlauberger
Grundsätzlich: Die Privilegien der selbsternannten "Vordenker" und ihr gesellschaftlicher Status schwinden in dem Maße, in dem plötzlich jeder Mensch mehr Zeit zum Denken zur Verfügung hat.
Mein Eindruck über die soziale Kompetenz desjenigen, von dem hier die Rede ist: Sein intellektuelles Niveau ist nicht annähernd so hoch wie sein Dünkel. Das erkennt man schnell, wenn man sich beispielsweise seine Einlassungen über Sexismus, Feminismus und Rassismus in seinen Blog-Artikeln und -Kommentaren mal genauer anschaut. Von so jemandem lasse ich mich sicher nicht über mein Menschenbild belehren.
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