Ein Leben ohne Bedingungen

24.09.2016

Ich weiß gar nicht mehr so richtig, wie das geht: Nichts tun. Klingt doch ganz einfach. Und höre ich mich mal ein wenig um, dann scheint sich auch jede*r danach zu sehnen. Einfach mal ausspannen, ohne Stress, ohne Verpflichtungen. Der Jahresurlaub wird monatelang herbeigesehnt. Zwei Wochen am Strand. Das haben wir uns doch verdient!

Bei mir scheint da irgendwie etwas gründlich schief zu laufen. Habe ich mal einen Tag "frei", plagt mich das schlechte Gewissen. Was gibt es zu tun? Was könnte ich erledigen? Was steht schon ewig auf meiner To-Do-Liste? Ich muss dazu sagen: Ich führe kein typisches Leben. Statt regelmäßiger Arbeitszeiten, Feierabend und Urlaub ist mein Alltag vor allem von selbstorganisierter Aktivisten-Arbeit geprägt, das heißt zum Beispiel verschiedene Plena und Gruppen-Orga oder Öffentlichkeits- und Internetarbeit. Nach meinem Uni-Abschluss hab ich nun auch meinen Nebenjob aufgegeben und stecke in einer Art Übergangszeit. Über Zeitmangel kann ich mich zwar nicht beklagen, trotzdem bin ich ständig beschäftigt. Warum fällt es mir so schwer, mal abzuschalten?

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Ein Leben ohne Urlaub

Ich bin mir sicher, dass ich mit 1000 Euro im Monat nicht auf der faulen Haut liegen würde. Studieren, politische Arbeit, Volxküchen, Selbstversorgung – mir fallen genug Dinge ein, in die ich gerne mehr Zeit investieren würde. Nichts tun ist wie gesagt nicht meine Stärke. Aber vielleicht würde ich sogar das wieder lernen, wenn wir uns endlich wieder über andere Dinge definieren als nur über unsere Leistung. Und ich käme meinem Lebensziel wahrscheinlich ein gewaltiges Stück näher: so zu arbeiten, dass ich keinen Urlaub brauche.

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