Das kleine Einmaleins der Arbeitslosenstatistik
Mit vorteilhaft inszenierten Arbeitsmarktwerten geben sich die Arbeitsagenturen und das Arbeitsministerium selber gute Zensuren. Die Ministerin stellt die Ergebnisse ihrer Arbeit deutlich positiver dar, wenn sie von 3,11 Millionen Arbeitslosen und einer Quote von 7,4 Prozent spricht, als wenn sie erwähnen würde, dass die Unterbeschäftigungsquote bei 9,7 Prozent (im Osten sogar bei 15,4 Prozent) liegt oder dass in Deutschland mehr als 5,37 Millionen Erwerbsfähige auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, weil sie entweder unbeschäftigt sind oder vom Ergebnis ihrer Arbeit nicht leben können.
So gesehen dienen beschönigte Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt immer auch der Ausgrenzung von Menschen, die nicht zu den „Wohlstandsgewinnern“ unserer Gesellschaft zählen. Ihnen wird durch die Relativierung der tatsächlichen Zahlen suggeriert, zu einer Minderheit zu gehören. Gleichzeitig konfrontiert die Betonung eines „grundsoliden Arbeitsmarktes“ mit guten Erfolgsaussichten die Betroffenen mit dem Vorwurf der eigenen vermeintlichen Unfähigkeit.
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