Zehn Thesen zur Zukunft der Arbeit

23.02.2017

BGE-Initiant Daniel Häni hält an seiner Idee fest: In einem Manifest zum Grundeinkommen stellt er 95 Thesen zur Arbeit auf - und zieht Parallelen zu jenen Luthers. Die wichtigsten Aussagen.

1. Arbeit ist anstrengend. Aber das heisst nicht, dass wir nicht arbeiten wollen. Arbeiten ist menschlich.

2. Ohne Fleiss kein Preis. Das war einmal zeitgemäss, als es darum ging, fleissig und gehorsam zu sein. Diese Zeiten sind vorbei: Fleissig sind heute Maschinen, die uns gehorchen. Anstelle von Fleiss und Gehorsam sind Kreativität und Selbstbestimmung gefragt.

3. Macht hat, wer das macht, was er will. Wer etwas machen muss, was er nicht will, der ist ohnmächtig. Wer über Geld verfügt, der kann machen, was er will, und muss nicht machen, was andere wollen. Ausserdem kann er über andere verfügen, die nicht über Geld verfügen. Das geht aber nur, wenn die Existenz der anderen nicht gesichert ist.

4. Wer etwas tun soll, was er nicht will, der muss mit allerlei Tricks bei Laune gehalten werden, damit er es dennoch tut und nicht sofort die Lust verliert. Wer sich mit Aufgaben und Zielen verbinden und sie teilen kann, der ist motiviert – weil ihn die Sache begeistert.

5. Anreize sollen dazu führen, dass wir etwas tun, was wir sollen, aber nicht wollen, oder wollen, aber nicht tun. Anstatt nach den Gründen des Nicht-Wollens oder Nicht-Tuns zu fragen, betäuben wir sie mittels Motivationsspritzen. Anreize vergiften das Arbeitsleben. Sie machen uns abhängig davon, nicht das zu tun, was wir wollen.

nkommen erhalten, ist es o.k., wenn das Auto von ­einer Maschine gefahren und das Röntgenbild von der Maschine ausgewertet wird. Der Mensch kann dann sinnvollere Sachen machen.»

6. Der Rohstoff des 20. Jahrhunderts ist schmutzig: Öl. Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts ist sauber: Kreativität. Ihre Quellen sind nachhaltig, solange wir daraus schöpfen.

7. Work-Life-Schizophrenie: Wer Arbeit und Leben ausbalancieren, also nicht zu viel arbeiten und nicht zu wenig leben will, der bemüht sich um eine gesunde Work-Life-Balance. Das ist krank. Wir können nicht arbeiten, ohne zu leben. Arbeitszeit ist Lebenszeit.

8. Wir müssen nicht mehr bezahlt, sondern begeistert werden.

9. Wer nicht arbeiten will, tut das Falsche. Wer etwas tun soll, was er nicht will, der verliert die Lust und wird faul. Faulheit ist keine anthropologische Konstante, sondern eine gesunde Reaktion des Sinn-Immunsystems auf unsinnige, unwürdige oder überflüssige Tätigkeiten. Wer tun kann, was er will, der wird nicht faul, sondern tätig.

10. Wer nichts falsch machen will, der macht nichts richtig. Natürlich ist es ärgerlich, wenn etwas falschläuft. Aber noch ärgerlicher ist es, wenn nichts richtigläuft. Natürlich heisst das nicht, dass etwas falschlaufen soll. Es heisst: Je fehlerfreundlicher eine Gesellschaft, desto fehlerfreier.

 

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