7 Thesen zur Befreiung der Arbeit

13.03.2017

1
Ich arbeite, also bin ich. – Arbeit ist anstrengend. Aber das heißt nicht, dass wir nicht arbeiten wollen. Arbeiten ist menschlich.
2
Neue Tugenden – Ohne Fleiß kein Preis. Das war einmal zeitgemäß, als es darum ging, fleißig und gehorsam zu sein. Diese Zeiten sind vorbei: Fleißig sind heute Maschinen, die uns gehorchen. Anstelle von Fleiß und Gehorsam sind Kreativität und Selbstbestimmung gefragt.
3
Recht auf Arbeit – Gäbe es ein Recht auf Arbeit, könnte dies nur ein Recht auf Einkommen sein. Ohne das Recht auf Einkommen bedeutet das Recht auf Arbeit Arbeitspflicht.
4
Die Geschichte der Arbeitsteilung – Der größte Schritt in der Geschichte der Arbeit ist die Arbeitsteilung. Vor der Arbeitsteilung habe ich alles getan – für mich. Arbeitsteilig tue ich alles, was ich tue, für andere – und andere tun es für mich. Arbeitsteilung individualisiert und globalisiert. Arbeitsteilung ist Bewusstseinserweiterung.
5
Sozial ist, wer Arbeit abschafft. – Wer den Müll auf die Straße wirft, um Arbeitsplätze zu sichern, der ist nicht sozial. Arbeitsplätze zu sichern, ist asozial. Arbeit muss nicht gesichert, sondern erledigt werden.
6
Work-Life-Schizophrenie – Wer Arbeit und Leben ausbalancieren, also nicht zu viel arbeiten und nicht zu wenig leben will, der bemüht sich um eine gesunde Work-Life-Balance. Das ist krank. Wir können nicht arbeiten, ohne zu leben. Arbeitszeit ist Lebenszeit.
7
Wer nicht arbeiten will, tut das Falsche. – Wer etwas tun soll, was er nicht will, der verliert die Lust und wird faul. Faulheit ist keine anthropologische Konstante, sondern eine gesunde Reaktion des Sinn-Immunsystems auf unsinnige, unwürdige oder überflüssige Tätigkeiten. Wer tun kann, was er will, der wird nicht faul, sondern tätig.

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