560 Euro, einfach so

28.09.2016

2.000 Menschen sollen im nächsten Jahr Geld von der Regierung bekommen und müssen dafür keine Gegenleistung erbringen. Einfach so. "560 Euro ist nicht weniger, als man durch Sozialhilfe und andere Leistungen in Finnland jetzt schon bekommt", sagt Rehn. Der wichtigste Unterschied sei aber: "Jeder Euro, den man dazuverdient – auch in einem Niedriglohn- oder Teilzeitjob – wird das Einkommen der Menschen erhöhen." Dieser Verdienst komme zum Grundeinkommen hinzu und werde nicht mit der Sozialhilfe verrechnet wie bisher – und wie es auch in Deutschland üblich ist.

Was Rehn und sein Mitte-rechts-Regierungsbündnis in Helsinki bei ihrem Grundeinkommensversuch herausfinden, könnte sehr wichtig werden für die Zukunft der Arbeitswelt. Denn Roboter und intelligente Maschinen bedrohen nicht nur die Jobs von eher geringer qualifizierten Arbeitern am Fließband. Gefährdet sind auch Jobs für Mittel- bis Hochqualifizierte vor allem in Logistik, Finanzen und Management, im Versicherungs- oder im Gesundheitswesen.

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Als die finnische Regierung unter Juha Sipilä vergangenes Jahr ins Amt kam, hat sie sich ein neues Politikkonzept verordnet, ausgedacht vom Forschungsinstitut Demos Helsinki: Die Politik will Dinge im kleinen Rahmen ausprobieren, bevor sie sie im ganzen Land anwendet. Ein Konzept, das in der Digitalwirtschaft schon lange praktiziert wird, in der Politik bisher aber keine Rolle spielte.

Das Experiment zum Grundeinkommen ist nun die erste Initiative dieses neuen Politikansatzes. Fachleute sind sich einig, dass sich ein Grundeinkommen nicht von heute auf morgen einführen lässt, sondern nur schrittweise. Zum Beispiel zunächst für Kinder und Auszubildende, dann für Arbeitlose und Rentner, später für Alleinerziehende und andere Bedürftige und so weiter. Finnland macht jetzt einfach mal den ersten Schritt.

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