Wir glauben an den Menschen - Praxistest Grundeinkommen
"Glaubst du an den lieben Gott? Oder an Guevara? Ich glaube an die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar - aah" sang 1979 Marius Müller-Westernhagen.
Geld auszahlen, das will auch die Breuninger Stiftung, an 100 Personen in Angermünde, zwei Jahre lang, als bedingungsloses Grundeinkommen. "Wenn man ihm die Rahmenbedingungen gibt, die er benötigt, stiftet er Nutzen für uns und andere." Damit meint Stiftungsgründerin Helga Breuninger, den Menschen, alle Menschen und sagt "Wir glauben an den Menschen".
Rund 200 000 Euro stifftet die Breuninger Stiftung für diesen Großversuch. 350 000 Euro gibt das Land Brandenburg hinzu. Für das Projekt "100 mal Neues Leben" wird die leer stehende Berufsschule bis April umgebaut. "Ich stelle mir hier ein Unperfekt-Haus vor", sagt Helga Breuninger. "Denn Perfektion macht Kreativität kaputt."
Die ehemalige Berufsschule soll, ohne vorgegebene Regeln, von den Teilnehmern des Projektes, welche keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, selbst gestaltet werden. Auch werden die Teilnehmer nicht etwa vom Jobcenter ausgewählt, sondern der Projektförderverein stellt ein dreiköpfiges Team zur Verfügung, das die Teilnehmer über zwei Jahre begleitet.
Die Auswirkungen von Grundeinkommen werden hier einem Praxistest unterzogen. Andere Pilotprojekte zum Grundeinkommen, allerdings unter anderen Vorzeichen, gab es z.B. in Namibia, den USA und Brasilien, mit positiven Ergebnissen. Ob man jedoch die gesamte Lebenszeit mit allen Motiven in einem Modell abbilden kann, steht in Frage. Besonders dann, wenn man an Entscheidungen wie Familienplanung und Ausbildungs- Studien- und Berufswahl mit oder ohne kontinuierlicher finanzieller Sicherheit denkt.
Für die gesellschaftliche Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen kann es nur hilfreich sein, nicht nur Grundeinkommens Projekte außerhalb Europas zu diskutieren. Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens spriest nicht nur aus dem Boden einer freiheitlich demokratischen Grundordnung hervor, sondern diese fordert zudem, dort zu handeln, wo man zuhause ist und wo man verstanden wird - was nicht ausschließt, sich als Weltbürger zu fühlen.
Frank Thomas
Dem BGE Medienspiegel folgen
















Mitteilungen
Mit Geld von außen ist das leicht
Bei diesem Versuch kommt das Geld als Spende von außerhalb des Teilnehmerkreises, und die Teilnehmer können damit Produkte und Dienstleistungen von außerhalb kaufen.
Bei allgemeiner Einführung eines BGE müßte aber die Gesellschaft selbst aus sich heraus ihren Mitgliedern dieses Grundeinkommen auszahlen, und vor allem aus sich heraus die notwendigen bzw. gewünschten Produkte und Dienstleistungen erzeugen bzw. leisten.
Das ist viel problematischer als die Bedingungen, unter denen dieser Versuch stattfindet.
Wenn Deutschland einen externen Spender findet, der zuverlässig jedem Bürger ein BGE zahlt, dann, aber erst dann, mag nicht mehr viel gegen die Einführung eines BGE sprechen.
Ja, aber
Ja, das Projekt ist Kacke. Es ist zeitlich befristet. Wer lässt sich unter solchen Umständen schon darauf ein, wenn er nicht weiss, ob er in 2-3 Jahren noch ein Einkommen haben wird? Das ist wie ein Gründerzuschuss - "und nachher musst du selber schauen".
ABER: die Herangehensweise ans BGE kann ganz grundsätzlich nicht vom alten Bestand, den alten Systemen, den alten Denkweisen her kommen. Das Alte müsste sich eigentlich gegen das Instrument BGE rechtfertigen. Das Alte aber hat schon bewiesen (in real, nicht als Projekt), dass es nicht zu mehr getaugt hat, als uns an den Punkt zu bringen wo wir heute stehen.
Warum nutzen wir nicht ein Instrument wie das BGE, welches die Grundrechte des Grundgesetzes wirklich ernst nimmt?
1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung ALLER staatlichen Gewalt.
2. Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit
3. Niemand darf [...] benachteiligt oder bevorzugt werden.
Allein diese Frage muss beantwortet werden. Wer diese Frage mit Hartz4, Lern- oder Leistungszwang beantwortet verarscht sich und das Volk!
Noch drei wichtige Punkte:
a) Das BGE schafft keine neuen Probleme die wir nicht jetzt schon haben, weil das alte System die Menschen, ihre Kreativität und wahre lebensfreudige Schaffenskraft kaputt macht.
b) die genaue Form des BGE ist noch nicht ausgesarbeitet, aber es gibt definitiv finanzierbare Wege.
c) auch das BGE muss lebendig bleiben, starre Systeme haben niemals Überlebenschancen.
Mit Geld von außen ist das leicht
Natürlich würde das funktionieren! Man würde doch 90% der Beamten einsparen. Die notwendigen bzw. gewünschten Produkte und Dienstleistungen würden von den gleichen Leuten erzeugt, die jetzt auch schon Unternehmer sind, weil sie dadurch Prestige gewinnen. Jetzt arbeiten die Leute doch auch, weil sie (dadurch Anerkennung erfahren und) sich mehr leisten können, als ohne Arbeit. Arbeit würde doch belohnt!
Nicht so, wie unter dem Kommunismus, wo die Leute das Gleiche bekommen haben, ob sie nun produktiv waren oder nicht. Diesen Denkfehler des Sozialismus/ Kommunismus macht das BGE nicht.
Den Ressourcenverbrauch zu besteuern ist eine sehr gute Idee. Ich glaube, die Schere zwischen arm und reich wäre aber viel kleiner. Daran müssten doch fast alle Interesse haben, nur vielleicht 5% nicht. Jetzt bekommt doch auch jeder im Notfall ein Grundeinkommen (Harz 4). Nur haben die Harz-4-Empfänger gar keinen Anreiz, zu arbeiten, weil sie sich widersinnigerweise oft schlechter stellen, als ohne Arbeit. Dass die Gesetze so sind, ist nicht die Schuld der Harz-4-Empfänger. Und mit dem BGE haben alle einen Anreiz zu arbeiten, weil Arbeit nicht auf das BGE angerechnet wird.
Glaube ist nicht alles
Und wieder werden Halb- bis Unwahrheiten verbreitet! Die Feldversuche in den USA mit großer Teilnehmerzahl sind gescheitert! Der Mensch ist kein soziales Wesen, wenn er nicht muss. Die moralische Verpflichtung, von der beim BGE immer geredet wird, erscheint ohne Kontrolle und Druck nicht aus dem Nichts! Und in den Feldversuchen gab es weder Druck, noch Kontrolle - nur Ergebnisse. Das Ignorieren wird langsam lächerlich!
Zum Feldversuch in den USA
Zum Feldversuch in den USA nach Jeremy Rifkin, aus Das Ende der Arbeit, S. 205–208 und der sehr eigenwilligen Interpretation von Gast:
Scherz?
DAS ist also der Versuch, auf der die aktuelle Diskussion aufbaut?! Na dann brauchen wir gar nicht weiter diskutieren. Ollere Kamellen konnten es wohl nicht sein? Und Lebensumstände sowie Alltag haben sich ja seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts kein bisschen geändert... *omg*
Das Unmögliche denken
Die aktuelle Diskussion lebt von einem Versuch, von einem Denkversuch. Das Unmögliche zu denken, das ist der Versuch und gleichzeitig die Quelle jeder Innovation.
In den 1960er Jahren gab es eine rein akademische Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen. Diese ist nun von Bürger ergriffen worden. Nicht weil sich seit den 1960er Jahren viel geändert hätte, sondern weil sich nichts geändert hat im Denken über Arbeit und Einkommen. Vollbeschäftigung erscheint denjenigen immer noch als rational, welche die Trennung von Arbeit und Einkommen für irrational halten und mit Gewohnheiten argumentieren anstatt sich neugierig und mit klarem Verstand unseren Zeitfragen zu stellen.
Doch bereits in den 1960er Jahren gab es die Ergebnisse der Feldversuche in den USA. Heute gibt es aktuelle aus Namibia und Brasilien. Allen gemeinsam ist: Der Mensch will etwas tun, wenn man ihn lässt und ihm die finanziellen Möglichkeiten bietet.
Frank Thomas
Das Unmögliche denken lernen
Das Denken, bzw. die Illusion des "individualbewußten" Denkens ist, in diesem entmenschlichenden System, vom "freiheitlichen" Wettbewerb gesteuert. Daraus resultiert das "gesunde" Konkurrenzdenken und die gutbürgerliche Bildung zu Suppenkaspermentalität auf systemrationaler Sündenbocksuche, bzw. auf Suche nach symptomatischen Lösungen ohne das Prinzip von "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" endgültig aus dem Denken zu entfernen - faktisch herrscht GEISTIGER STILLSTAND seit der "Vertreibung aus dem Paradies" (unser erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung).
So ist es kein Wunder, daß es den ignorant-arroganten Wunsch nach einem "bedingungslosem" Grundeinkommen gibt und weiter Monopoly gespielt werden darf, wo längst ein GLOBAL unkorrumpierbares MENSCHENRECHT auf Nahrung, Wohnen und Gesundheit den Zustand von eindeutig-zweifelsfreier Wahrheit herstellen könnte - Zusammenleben OHNE Wettbewerb, OHNE Steuern zahlen, OHNE "Sozial"-Versicherungen u.ä, OHNE manipulativ-schwankende "Werte", OHNE irrationalem Zeit-/Leistungsdruck zu einer Karriere von Kindesbeinen, usw.!!!
Wenn GRUNDSÄTZLICH alles allen gehört, kann PRINZIPIELL alles wirklich-wahrhaftig geregelt werden, und Symptomatiken in "Wer soll das bezahlen?" und "Arbeit macht frei" haben keine Macht mehr, über geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein!? hto
Ich nehme an dem Projekt teil
es findet aber keine direkte finanzielle Zuwendung statt.Möglich ist aus dem Etat z. B. Trainer für verschiedene Bereiche zu finanzieren für die die Gruppe ihr Interesse bekundet hat. Wir sind erstmal dabei uns immer wieder gerne zu treffen, verschiedene Arbeitsgruppen zu gründen und zu schauen, in welche Richtung wir dieses sehr interessante Projekt steuern können. Ein Pilotstudie zum bedingungslosen Grundeinkommen ist es weniger, wer mehr über das Projekt erfahren möchte, kann auf die Homepage von 100xNL schauen, die sich allerdings auch noch im Aufbau befindet.
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